Leider gibt es ja bisher nur sehr wenig deutschsprachige Kochbücher für FODAMP-arme Ernährung.
Das Buch „Ruhe im Bauch“ fällt mit einem Preis von 9,99 € für 50 Rezepte positiv auf. Es handelt sich
dabei um ein heftgroßes Buch mit Softcover.

Die Einleitung, um was es bei der Low-FODMAP-Diät geht, ist sehr kurz, aber aussagekräftig
geschrieben. Leider fehlt der Hinweis, wer diese Diät entwickelt hat. Es wird kurz und sehr
vereinfacht erklärt, wie die strenge Diätphase abzulaufen hat und wie es danach weiter geht.

Leider stellt man fest, dass bei der ausführlichen Lebensmittelliste einfach von alten Listen ohne neue
Überprüfung abgeschrieben wurde und diese nicht mehr aktuell ist. Dies führt dann auch später bei
den Gerichten bei der Verwendung von Gemüsen u. Obst zu Fehlern. Andere Bücher mit gleichem
Erscheinungsjahr wurden diesbezüglich deutlich gründlicher regergiert. Hier sollte man auf jeden Fall
auf der App der Monash-Universität oder auf www.fodmaps.de sich noch einmal absichern, ob die
Lebensmittel wirklich noch FODMAP-arm bzw. reich sind und in der angegebenen Menge verwendet
werden dürfen. Hierzu gehören im Moment Banane, Weißkohl, Stangen- und Knollensellerie, die
falsch in den Listen des Buches einsortiert sind.

Das Buch gliedert sich in drei Kapitel: „Frühstück“,„Hauptgerichte“ und „Snacks und kalte Gerichte“.
Leider fehlen Süßspeisen sowie Gebäck aller Art.

Zu jedem der Gerichte wird ein großes ansprechendes Foto gezeigt. Außerdem gibt es zu den
Gerichten kleine Info-Boxen, was für gesunde Inhaltsstoffe es enthält und was für eine positive
Wirkung diese für die Gesundheit haben. Es gibt auch Angaben zu Kalorien, Fettgehalt und Co. Positiv
ist, dass darauf hingewiesen wird, dass man auf ausreichend Ballaststoffe achten sollte, da gerade
viele FODMAP-freien Lebensmittel zu wenig davon enthalten. Leider sind dann in der Liste
ballaststoffhaltiger Lebensmittel Amaranth (enhält Fruktan und sollte nur in sehr geringer Menge
gegessen werden) und Süßkartoffel genannt, die auch in der Lebensmittelliste auf der falschen Seite
steht. Die Rezepte sind sehr ausgewogen, abwechslungsreich und gesund.

Es werden unterschiedlichste Gemüse, Fleisch- und Fischsorten, aber auch Ceralien wie Hirse, Buchweizen und
Quinoa verwendet, so dass aufgeschlossene Neulinge diese mal für sich testen können. Insgesamt
handelt es sich um eine moderne und junge Küche, manchmal von den Zutaten und Zubereitung
etwas aufwendiger. Für Leute, die bisher gut bürgerlich oder viel Fertiggerichten und Fastfood
gegessen haben sicher sehr gewöhnungsbedürftig. Aber in Hinblick auf den Reizdarm, sollte man ja
sein bisheriges Essverhalten überdenken und bekommt so Anregungen, wie es gesünder geht. Leider
macht man es sich sehr einfach und gibt bei den Rezepten „glutenfreies Brot“ an. Aber glutenfrei ist
nicht automatisch fruktanfrei, worum es bei der FODMAP-Diät geht. Es wird auch nicht darauf
hingewiesen, beim Kauf von Broten auf FODMAP-reiche Inhaltsstoffe wie Mehle von Hülsenfrüchten
oder ungeeignete Zusatzstoffe, die nur anfangs in der Lebensmittelliste erwähnt werden, zu achten.

Aber gerade FODMAP-armes Brot zu finden, gestaltet sich für viele noch sehr schwer. So könnten die
Rezepte, die mit Brot sind, bei Leihen zu Problemen führen. Auch gibt es den Hinweis „glutenfreie
Haferflocken“ obwohl ganz normale in Maßen geeignet sind. Das zeigt, dass man sich hier nicht
gründlich genug mit dem Thema befasst hat. Es finden sich neben den Fleischgerichten auch
zahlreiche Fischgerichte und auch einige vegetarische Rezepte, teilweise mit Tofu. Leider sind diese
gerade im Hauptteil bunt gemixt ohne eine Ordnung. Hier wäre etwas Struktur nicht schlecht um
gesuchte Rezepte schnell aufzufinden. Allerdings steht vor jedem Rezeptkapitel eine Inhaltsangabe.

Die Gerichte sind sehr leicht und relativ kalorienarm gehalten. Das kann gerade bei
Reizdarmpatienten, die ja auch oft zu Untergewicht neigen, eher ungünstig sein. Zwar werden
zahlreiche „Fettspartipps“ gegeben, aber nur wenig, wie man die Mahlzeiten auf gesunde und
verträgliche Weise etwas gehaltvoller gestalten kann.

Wer für wenig Geld ein paar Rezeptideen haben möchte, für den ist das Buch sicher in Ordnung.
Jedoch sollte man sich zuvor schon etwas mit dem Thema befasst haben. Leider sind nach heutigem
Stand nicht alle Gerichte wirklich sicher FODMAP-arm und man sollte hier immer mal überprüfen, ob
die Zutaten bzw. die verwendete Menge wirklich passen. Bei den Rezepten ist sicher für jeden etwas
dabei. Wer schon andere Kochbücher zu dem Thema hat, allerdings nichts bahnbrechend Neues.
Letztendlich sollte man vielleicht doch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und sich gleich ein
Kochbuch von Ernährungsfachleuten/-beratern kaufen, die sich mit dem Thema Low-FODMAP sicher
auskennen. Auch fehlen einfach Rezepte für Süßspeisen und , wie sie in den anderen Kochbüchern zu
finden sind.

(Danke an Jutta Richter für diese ausführliche Rezension)

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